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27.01.2020

Küchenmode 2020

Die Küche als Laufsteg - Industriallook, Micro Living oder Lagom – was Tempo und Buzzwords be­trifft, ist die Einrichtungsbranche dabei, mit der Mode gleich­zu­zie­hen. Immer schnel­ler wech­seln die Trends, immer häu­fi­ger wird der Zeitgeist zum Kaufkriterium. Die Küche hat sich längst davon ent­fernt, ein rein funk­ti­o­na­ler Raum zu sein. Sie ist das Aushängeschild der Wohnung, in dem Gäste emp­fan­gen wer­den, indem man mit Freunden und Familie Zeit ver­bringt.

Manche be­haup­ten sogar, dass sie dabei ist, das Auto als Statussymbol ab­zu­lö­sen. Nicht alle Trends, die in der Branche dis­ku­tiert wer­den, haben Bestand. Zumal die Trends, die Bestand haben, etwas mehr mit­brin­gen müs­sen als in der Mode. Allein aus lo­gis­ti­schen Gründen kön­nen die Küchenhersteller nicht ganz so schnell re­agie­ren wie die Modebranche und sie müs­sen es auch nicht: Die Deutschen kau­fen im Schnitt alle 17 Jahre eine neue Küche.

Da ist es doch sinn­voll, dass das In-und-Out-Spiel der Mode etwas ent­schleu­nigt wird. Trotzdem: Es gibt sie, die neuen Trends, und heute wol­len wir euch die wich­tigs­ten Entwicklungen für die Küchensaison 2020 vorstellen.

Farben und Materialien: in­di­vi­du­el­ler als je zuvor

Individualität be­stimmt schon seit ein paar Jahren die neuen Kollektionen der Küchenmöbelhersteller. Wir leben im Zeitalter des Individuums und das spie­gelt sich auch in der Einrichtung wider. Niemand möch­te, dass seine vier Wände so aus­se­hen wie die des Nachbarn. Vielfalt zu er­mög­li­chen, heißt also die Herausforderung für die Hersteller – und da haben sie haupt­säch­lich drei Stellschrauben zur Hand: Farben, Materialien und Formen.

Auch 2020 wird wie­der ein Jahr sein, in dem die Hersteller einen Angriff auf das ewige Weiß der Küchenfronten star­ten. Schwarz oder Anthrazit seien das „neue Weiß“. In Kombination mit dunk­lem Eichenholz oder dunk­len Holzdekoren und mit zu­sätz­li­chen farb­li­chen Akzenten, die in die­sem Jahr mit Altrosa, Senf oder einem sat­ten Dunkelgrün ge­setzt wer­den, setzt die Küche 2020 star­ke vi­su­el­le Akzente. Passend zu die­sen dunk­len Küchen sind Materialien wie Marmor, Terrazzo-Akzente in Bronze, Kupfer oder „Gunmetal“.

Auch Feinsteinzeug ist auf dem Vormarsch. Es ist wi­der­stands­fä­hig, hy­gie­nisch, leicht zu rei­ni­gen und viel­sei­tig. Apropos prak­ti­sche Oberflächen: Bei Spülen und Armaturen wird die PVD-Beschichtung, bei Oberflächen die prak­ti­sche Antifingerprint-Beschichtung immer po­pu­lä­rer. Und was die Formen an­be­langt, gilt auch 2020 „we­ni­ger ist mehr“. Die Farben wer­den opu­len­ter, die Formen blei­ben dem Minimalismus ver­pflich­tet: Klare Kanten und Formen las­sen die Küche nicht über­la­den wir­ken und un­ter­strei­chen damit umso mehr die Wirkung der Farbwelten.

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Ressourcenschonende Produktion und um­welt­freund­li­ches Wohnen sind längst ein wich­ti­ges Thema in der Branche. Natürliche, re­cy­cle­ba­re Materialien lie­gen im Trend. Sie hin­ter­las­sen einen klei­ne­ren öko­lo­gi­schen Fußabdruck – ein Thema, das vor allem jün­ge­ren Konsumenten sehr am Herzen liegt. Biobasierte Kunststoffe oder Materialien wie Bananenblätter, Harze, alte Flaschen und an­de­re Reststoffe hal­ten Einzug in die Möbelbranche.

Holz wird schon lange zer­ti­fi­ziert und Möbel aus um­welt­ver­träg­li­chen Materialien und Bauteilen ge­fer­tigt – zum Beispiel aus der welt­weit ers­ten bio­ba­sier­ten Spanplatte von Swiss Krono. In dem Beitrag Nachhaltige Küchen er­fah­ren Sie mehr zu die­sem Thema.

Urban Living im Tiny House

Trend ist nicht gleich Trend. Einige Trends sind rein mo­de­ba­siert, an­de­re spie­geln die Technologiefortschritte wider – und dann gibt es noch den gro­ßen Bereich, der sich aus den so­ge­nann­ten Megatrends speist, also den gro­ßen Entwicklungen, die sich aus un­se­rem Zusammenleben er­ge­ben. Dazu ge­hört die Urbanisierung. Immer mehr Menschen woh­nen in Ballungsräumen, mit der Folge, dass dort der Platz knap­per wird. Darauf re­agie­ren die Hersteller, in dem sie Module für Tiny Spaces ent­wi­ckeln. Der vor­han­de­ne Platz wird op­ti­mal ge­nutzt – es ent­steht mehr Raum pro Quadratmeter. Besonders die Stauraumfläche steht dabei im Fokus: Mit platz­spa­ren­den Auszugssystemen, der Nutzung von Nischen unter den Oberschränken und neuen Insel-Lösungen be­geg­nen die Hersteller dem ein­ge­schränk­ten Platz. Multifunktionalität, schlau­er ge­stal­te­te Räume und ein kom­for­ta­bler Zugriff auf Inhalte, auch per Sprachsteuerung, sor­gen dafür, dass nicht auf Komfort ver­zich­tet wer­den muss.

Digitalisierung und das Verschmelzen der Zonen

Das Thema Sprachsteuerung ist nur eine Spitze des Eisbergs: Auch im Jahr 2020 wird der Trend zur Digitalisierung wei­ter­ge­hen: Die immer stär­ke­re Nutzung von Digitaltechnologien prägt un­se­ren Alltag seit ei­ni­gen Jahrzehnten – und zieht auch immer mehr in die Küche ein. Genauso wie der seit ge­rau­mer Zeit zu be­ob­ach­ten­de Trend zur neuen Offenheit: Die Grenzen zwi­schen den ver­schie­de­nen Funktionszonen des Wohnens lösen sich lang­sam aber si­cher auf. Die Küche hat sich zum Ess- und Wohnraum ge­öff­net. Während am Herd Köstlichkeiten zu­be­rei­tet wer­den, sit­zen die Freunde am Esstisch. Es wird ge­re­det, sich zu­ge­pros­tet und ge­nos­sen. Mit die­sem Bild wird der wich­tigs­te Trend des Jahres 2020 il­lus­triert, der al­ler­dings auch schon vor­her und si­cher auch noch über 2020 hin­aus die Entwicklung der Küche be­stim­men wird: Sie ist und bleibt der wich­tigs­te und ge­sel­ligs­te Raum der Wohnung. Ganz gleich, in wel­cher Farbe, Form oder Materialität sie am Ende ge­stal­tet ist.

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