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21.10.2020

Spülen bieten überraschende Highlights

Edelstahl für Profis – Keramik für Romantiker – Granit für Puristen - Spülen sind das Herzstück einer jeden Küche, wer­den täg­lich aus­gie­big ge­nutzt und müs­sen viel aus­hal­ten. 60 Prozent der Tätigkeiten im Küchenraum kon­zen­trie­ren sich sogar dar­auf. Dort wird Gemüse ab­ge­wa­schen, Wasser in Töpfe ge­füllt, Hände ge­wa­schen, ge­spült und vie­les mehr. Drei Werkstoffe haben sich auf dem mo­der­nen Spülenmarkt durch­ge­setzt: Edelstahl, Keramik und Granit. Worin un­ter­schei­den Sie sich? KüchenTreff hat Profiköche nach den Vor- und Nachteilen be­fragt. Edelstahlspülen – die Klassiker im Spülenbereich – sind nach wie vor die Top-Favoriten.

Welche Materialien für Spülen gibt es?

„Die Bandbreite ist groß. Auf dem Markt sind Spülen aus Edelstahl, aus Keramik und aus Granit. Sie un­ter­schei­den sich op­tisch auf­grund ihrer un­ter­schied­li­chen Materialität. Bei den Entscheidungskriterien spielt si­cher­lich auch das Budget eine Rolle.

Edelstahlspülen kann sich jeder leis­ten, bei Keramik und Granit muss man al­ler­dings tie­fer in die Tasche grei­fen. In jeder Großküche haben wir Edelstahlspülen – in Sachen Hygiene sind sie nicht zu toppen.“

Was zeich­net Edelstahl-Spülen aus?

„Mit ihrem zeit­lo­sen Look haben sich Edelstahl-Spülen mil­li­o­nen­fach be­währt. Das ele­gan­te Material passt zu jedem Küchenraum und zu jeder Stilrichtung – zu mo­der­nen, klas­si­schen, im Landhausstil ge­stal­te­ten oder auch zu skan­di­na­vi­schen Küchenräumen. Zu Großküchen erst recht. Wir als Profiköche be­vor­zu­gen Edelstahl vor allen Dingen des­halb, weil der Werkstoff ex­tre­men Bedingungen und Ansprüchen stand­hält. Sie sind hitze-​ und säu­re­be­stän­dig sowie rost­frei. Wir nut­zen die Oberflächen tag­ein, tag­aus zum Putzen des Gemüses, als Unterlage für Töpfe und Pfannen, als Ablageort für Lebensmittel und beim Abwasch von allen mög­li­chen Küchenhelfern. Da muss das Material ei­ni­ges aus­hal­ten und soll­te so ro­bust wie mög­lich sein. Außerdem hat Edelstahl her­vor­ra­gen­de hy­gie­ni­sche Eigenschaften. Als glat­tes und po­ren­frei­es Material lässt es Keime und Bakterien nicht an sich ran. Hinzu kommt, dass die spe­zi­el­le Mischung aus Stahl, Chrom und Nickel weder das Aussehen noch den Geschmack von Lebensmitteln be­ein­träch­tigt und auch kei­nen Geruch an­nimmt. Im Küchenalltag hat sich Edelstahl voll und ganz be­währt, auch wenn nach kur­zer Zeit Kratzer zu sehen sind. Das ge­hört eben dazu.“

Wie wer­den Edelstahl-Spülen gereinigt?

„Edelstahl-Spülen sind sehr pfle­ge­leicht. Meist reicht eine Mischung aus hei­ßem Wasser und Spülmittel, um das Spülbecken zu rei­ni­gen. Mit einem Schwamm rei­ben wir die Flächen ein und wi­schen an­schlie­ßend mit kla­rem Wasser nach, bevor wir mit einem wei­chen Tuch die Flächen tro­cken­rei­ben. Bei sehr star­ken Verschmutzungen grei­fen wir auf spe­zi­el­le Edelstahlreiniger zu­rück, die wir auf die Oberfläche geben.“

Warum fei­ern Keramikspülen ein Comeback?

„Keramikspülen sind als op­ti­sches Highlight in mo­der­nen und tren­di­gen Küchen ge­fragt. Sie ver­lei­hen ihnen ein hoch­wer­ti­ges Erscheinungsbild und brin­gen Wohnlichkeit in die Küchenräume. Die edlen Spülen kön­nen in einer gro­ßen Farbenvielfalt la­siert wer­den und set­zen da­durch in den Küchenräumen fan­ta­sie­vol­le und farb­li­che Akzente. Die Spüle passt schließ­lich per­fekt zum per­sön­li­chen Küchenambiente. Mit Edelstahlspülen kön­nen die ke­ra­mi­schen Pendants in vie­ler­lei Hinsicht mit­hal­ten. Die gla­sier­ten und ge­brann­ten Spülen aus Ton sind ro­bust und be­sit­zen eben­falls eine glat­te und hy­gie­ni­sche Oberfläche. Keime und Bakterien kön­nen sich da­durch gar nicht erst fest­set­zen. Die ver­sie­gel­ten Oberflächen sind schnitt-​, stoß- und kratz­fest und eig­nen sich per­fekt als Unterlage zum Schneiden und Hacken. Keramische Messer dür­fen al­ler­dings nicht be­nutzt wer­den und das ist für uns Profiköche eine Einschränkung. Ein Pluspunkt des Feinsteinzeugs ist, dass es säu­re­re­sis­tent ist. Selbst fär­ben­de Lebensmittel wie Rote Beete hin­ter­las­sen keine Spuren. Ein wei­te­rer Vorteil: die Spülen sind geschmacks-​ und ge­ruchs­neu­tral. Allerdings sind Keramikspülen preis­lich eher im obe­ren Segment anzuordnen.“

Wie las­sen sich Keramikspülen reinigen?

„Keramikspülen sind leicht zu pfle­gen. Sie kön­nen ganz ein­fach mit Wasser oder zu­sätz­lich mit etwas Spülmittel ge­rei­nigt wer­den, das mit einem wei­chen Lappen ver­teilt wird. Haften doch ein­mal ver­krus­te­te Lebensmittelreste an der Spüle, las­sen sich diese pro­blem­los mit Hilfe von Essigreiniger oder ver­dünn­ter Essigessenz entfernen.“

Viele schwö­ren auf Granitspülen. Was ist davon zu halten?

„Granitspülen er­fül­len alle Ansprüche einer hoch­wer­ti­gen Küchenspüle und haben ein edles, funk­ti­o­na­les und viel­sei­ti­ges Design. Granitbecken be­stehen meis­tens aus einem Verbundwerkstoff, der sich über­wie­gend aus Kunstgranit, Quarz und Acryl zu­sam­men­setzt. Die Flächen füh­len sich an­ge­nehm soft, na­tür­lich und stein­ähn­lich an. Durch die dich­te Struktur sind diese Spülen sehr ro­bust und hy­gie­nisch. Ähnlich wie bei Keramikspülen kann zwi­schen ver­schie­de­nen Farben ge­wählt wer­den. Außerdem gibt es die Granitvariante in allen er­denk­li­chen Formen und Größen. Im Gegensatz zu einer Edelstahlspüle ist ein Granitbecken ab­so­lut kratz­fest. Ein wei­te­rer Vorteil ist, dass die Becken re­sis­tent gegen Stöße, Hitze, Säuren und Laugen sind. Preislich sind Granitspülen eben­falls in­ter­es­sant. Während Keramikspülen eher in der obe­ren Preisklasse lie­gen, sind Granitspülen eine etwas güns­ti­ge­re Alternative.“

Wie wer­den Granitspülen gereinigt?

„Das ist ganz ein­fach. Granitspülen wer­den ent­we­der mit Wasser und einem wei­chen Schwamm oder bei stär­ke­ren Verschmutzungen zu­sätz­lich mit etwas Spülmittel abgewischt.“

Woran mache ich fest, wel­che Spüle die rich­ti­ge für meine Küche ist?

„Das ist sehr in­di­vi­du­ell und hängt nicht nur von den per­sön­li­chen Vorlieben für Materialien und Farben ab, son­dern auch von der Einbauart. Das Spülenspektrum reicht von flä­chen­bün­di­gen Spülen, Einbauspülen bis hin zu Spülsteinen. In Profiküchen be­vor­zu­gen wir klar flä­chen­bün­di­ge Spülen, da sie per­fek­te Hygiene bie­ten. Bei die­ser Variante gehen die Spülbecken naht­los in die Arbeitsplatte über ganz ohne Kanten und Übergänge. Jeder Krümel, alle Essensreste oder Wassertropfen kön­nen fix in die Spüle ge­wischt wer­den, nichts bleibt hän­gen. In pri­va­ten Küchenräumen ist die­ser Spülentyp für stylisch-minimalistisches oder auch mo­der­nes Interieur emp­feh­lens­wert.

Einbauspülen wer­den am häu­figs­ten ver­kauft und pas­sen zu wirk­lich jedem Küchenstil. Wichtig ist es hier, die Ränder der Spüle im Blick zu haben und häu­fig zu rei­ni­gen, damit sich dort keine Essensreste fest­set­zen. Das auf­ge­setz­te Spülenmodell, von vie­len auch Spülstein ge­nannt, ist etwas für Vintage Fans oder auch ro­man­ti­sche Landhausküchen. Hier wird die Spüle in Szene ge­setzt und meist di­rekt auf den Spülenschrank ge­setzt. Sie ist de­ko­ra­ti­ves Schmuckstück und wer­tet die Küchenräume auf. Bei der Entscheidungsfindung hilft es oft, sich zu fra­gen, ob man seine Spüle zei­gen oder ver­ste­cken möch­te, wel­ches Material man gerne an­fasst und wie viel Budget für eine Spüle da ist.“

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